Die erste Gemeinde

Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.

Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.    ( Apg. 2, 37-47 )

Die Apostelgeschichte beschreibt so die Gründung der ersten Gemeinde. Dies geschah zu Pfingsten, viele Tage nach der Kreuzigung und Auferstehen von Jesus Christus. Vorher hatte Petrus durch die Wirkung des Heiligen Geistes eine überwältigende Predigt gehalten, welche den zuhörenden Juden zeigte das Jesus der Retter von der Sünde ist. Dieser Jesus, welchen sie zuvor noch verurteilt hatten.

Losung für Dienstag,
7. Februar 2012

Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HERR aber ist noch größer in der Höhe.

Psalm 93,4

Jesus stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille.

Markus 4,39

Dieser Jesus wollte die Juden, welche schon seit Jahrhunderten auf den Messias, den Erlöser ihren Befreier warteten. Von dem damit verbundenen Druck des Gesetzes befreien.

Er befreite alle die an ihn glaubten von ihren Sünden. Denn er war der lange angekündigte Retter Israels, der Sohn Gottes. Viele hatten das Gesetz buchstabengetreu befolgt. Nur es konnte so nicht gehalten werden. Und Jesus kam wie er sagte: "um es zu erfüllen".

Er wollte es nicht ändern, nicht aufheben. Er wollte keine neue Religion gründen, nur den Glauben an Gott mit Liebe und gehorsam den Menschen neu vermitteln. Sie sollten lernen, dass es wichtig ist die Gebote und Gesetze zu halten, aber nicht ohne Liebe und Achtung vor Gott und den Menschen.



Die Bevölkerung der Stadt Chemnitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen. Ab 1313 war der jeweilige Abt des Benediktinerklosters der Archidiakon. 1539 wurde die Reformation eingeführt und mit dem Pfarrer in St. Jacobi eine Superintendentur verbunden. 1540 wurden die noch bestehenden Klöster aufgehoben.

Danach war Chemnitz über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch kamen im 16. Jahrhundert auch reformierte Bestrebungen auf, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Chemnitz blieb innerhalb Sachsens stets Sitz einer Superintendentur.

Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk. Der Kirchenbezirk Chemnitz umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt Chemnitz. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es in Chemnitz eine Landeskirchliche Gemeinschaft.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten alsbald eine eigene Pfarrgemeinde. Wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen gehörte auch die Gemeinde in Chemnitz zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Chemnitz wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb von Chemnitz gehören.

Neben den beiden großen Kirchen können auch viele Gemeinden verschiedener Freikirchen auf ein langes Wirken in Chemnitz zurückblicken. Unter anderem zwei Evangelisch-methodistische Gemeinden (Erlöserkirche, Friedenskirche) sowie ein in der Evangelisch-methodistischen Kirche beheimatetes Klinikum (Bethanien).

Erlöserkirche Chemnitz - Fotograf der Autor

Methodismus

Der Methodismus entstand im 18. Jahrhundert als eine Erneuerungsbewegung innerhalb der anglikanischen Kirche in England (Church of England). Ein Studentenkreis in Oxford, der von den Brüdern John und Charles Wesley geleitet wurde, kann als Ursprung dieser Bewegung angesehen werden.

Die Hingabe und Disziplin, mit der sie ihr Christsein lebten, vor allem die Verbindung von Bibellektüre und sozialer Arbeit, wurde von außen als besondere Methode empfunden und brachte ihnen den Spottnamen "Methodisten" ein, den die Bewegung später als Ehrennamen annahm und beibehielt.

Zwei Faktoren führten zur Bildung einer neuen Kirche: die Ablehnung durch die anglikanische Kirche, aus der Wesley eigentlich nie austreten wollte - und die rasche Ausbreitung der Bewegung in Nordamerika.

Nach Nordamerika kam der Methodismus durch deutsche Auswanderer. Dort konstituierte sich 1784 die erste methodistische Kirche. Durch Rückkehrer von Amerika kam der Methodismus nach Deutschland.

Im 20. Jahrhunderts kam es in Etappen zu Zusammenschlüssen von "Wesleyaner" und "Bischöflicher Methodistenkirche" und 1968 zum Zusammenschluss von Methodistenkirche" und "Evangelischer Gemeinschaft" zur "Evangelisch-methodistischen Kirche" (EmK).

Finanziell trägt sich unsere Kirche durch freiwillige Spenden, obwohl sie als Körperschaft des öffentlichen Rechtes das recht zum Kirchensteuereinzug hätte. Konkret sieht das so aus, dass jeder Gemeindebezirk entsprechend seiner Gliederzahl und seiner allgemeinen Finanzkraft eine monatliche Summe an die Gesamtkirche abzuführen hat - die sogenannte "Umlage".   Aus diesem zentralen Umlagetopf werden alle Pastorengehälter bezahlt. Was jede Gemeinde darüber hinaus finanziell braucht, um ihre Kosten zu decken (Bewirtschaftung, Projekte, Verwaltung, Bau usw.) muss sie über ihre Gemeindeglieder selbst aufbringen.

Kirche in der DDR

Das Verhältnis der DDR gegenüber der Religion sowie den Kirchen war von Anfang an schwierig und voller Spannungen. Der atheistische Marxismus-Leninismus, die Staatsideologie der DDR, postulierte ein Verschwinden von Religion auf dem Weg zum Kommunismus, auf dem sich die DDR sah. Die Kirchen waren für den Staat schon aus diesem Grund ideologische Gegner. Weitere Gründe waren das Verhalten der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus (Kollaboration) und die dem Kommunismus/Sozialismus gegenüber ablehnende Haltung der Kirchen.

Religionsfreiheit war in der DDR in der Verfassung festgeschrieben und wurde formal auch gewährt. Es gab eine sehr strikte Trennung von Kirche und Staat. Der Religionsunterricht an den Schulen wurde abgeschafft. Auch eine Einziehung der Kirchensteuer durch den Staat gab es nicht. Von staatlicher Seite war das Staatssekretariat für Kirchenfragen beim Ministerrat der DDR zuständig.

Die Kirchen konnten ihre eigenen Verhältnisse weitgehend eigenständig regeln. Es gab kirchliche Verlage und Zeitungen und großes kirchliches Engagement auf sozialem Gebiet. Dennoch versuchte die DDR, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu entziehen.

In der Entwicklung der DDR, deren Bevölkerung ursprünglich mehrheitlich protestantisch geprägt war, nahm die Zahl religiös gebundener Menschen, also auch der Mitglieder der Kirchen, erheblich und dauerhaft ab. Der prozentuale Anteil von Mitgliedern der evangelischen Kirchen an der Gesamtbevölkerung ging von 85 % im Jahr 1950 auf etwa 25 % 1989 zurück. Der Anteil der Katholiken sank im gleichen Zeitraum von   10 %   auf 5 %. Christen waren gegen Ende der DDR eindeutig in einer Minderheitenposition. An der staatlichen Jugendweihe nahm zumindest in den Städten fast jeder Jugendliche teil. Es gab nur wenige Gebiete wie beispielsweise das Eichsfeld, die auch zum Ende der DDR-Zeit stark christlich geprägt waren.

Die DDR-Kirchenpolitik war bis zu einem bestimmten Grade also erfolgreich und hat auch nach 1990 dazu geführt, dass die Mehrheit der Ostdeutschen nicht religiös ist. Sie konnte aber nicht verhindern, dass die christlichen Kirchen ein eigenständiger gesellschaftlicher Faktor blieben. Die Geschichte der Wende zeigte dann, dass sich gerade in den evangelischen Kirchen ein großer Teil der Menschen fand, teilweise ohne selber religiös zu sein, die zu den Trägern der Wende wurden.



Die Hauptseiten der jeweiligen Kirchen:

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Alle Kirchen von Chemnitz und Umgebung:

www.kirche-chemnitz.de

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