Es gibt sicher viele Sehenswürdigkeiten in Chemnitz, aber wir wolle nicht auf alle hinweisen. Christus Online hat sich - wie der Autor meint - die schönsten und bekanntesten ausgesucht und möchte diese näher vorstellen. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters.
Der Rote Turm
Der Rote Turm ist das Wahrzeichen der Stadt Chemnitz und deren ältestes erhaltenes Bauwerk. Er wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und diente zunächst als Bergfried, um die umliegenden Siedlungen zu schützen, später war er der Sitz des Stadtvogtes. Vermutlich war der Turm schon um 1230 in die Chemnitzer Stadtbefestigungsanlage eingebunden. Den Namen verdankt der Turm der roten Farbe des aufgesetztes Backsteingeschosses (Mitte 16. Jh.) und dessen ehemaliger roter Eindeckung mit Dachziegeln. Der Turm selbst war bis Mitte des 19. Jahrhunderts verputzt und vermutlich weiß abgefärbt. Bis ca. 1900 wurden der Turm und dessen Anbau als Gefängnis genutzt. Diese Funktion rettete den Roten Turm im frühen 19. Jahrhundert vor dem Abriss, als die Chemnitzer Stadtbefestigungsanlagen abgetragen wurden. Insassen des Roten Turmes in dessen Zeit als Gefängnis waren unter anderem August Bebel und Karl Stülpner.
Mit der Neubebauung der Theaterstraße am Ende des 19. Jahrhunderts verschwand der bis dahin freistehende Rote Turm hinter einer Häuserzeile, so dass vom Turm nur noch die Turmhaube zu sehen war. Nachdem der Rote Turm als Folge der Bombenangriffe auf Chemnitz am Ende des zweiten Weltkrieges ausbrannte, erfolgte zwischen 1957 und 1959 dessen Wiederaufbau. Bis vor wenigen Jahren befand sich im Rotem Turm eine Außenstelle des Chemnitzer Schlossbergmuseums (Stadtmuseum). Seit 2005 befindet sich der Rote Turm in Trägerschaft des Vereins "Roter Turm". Dieser will im Turm ein Weinlokal, eine Galerie und eine Künstlerwerkstatt einrichten
Versteinerter Wald & Museums für Naturkunde
Bekannt geworden als eine der ältesten und floristisch vielfältigsten Fundstellen für versteinerte Hölzer, zählt der versteinerte Wald von Chemnitz zu einem der bedeutendsten Funde dieser Art weltweit. Einige der hier gefundenen Hölzer sind bereits ca. 290 Millionen Jahre alt und Überbleibsel eines damaligen Vulkanausbruches. Diese Zeugen der Erdentwicklung lassen jährlich eine Vielzahl an Wissenschaftlern und Wissbegierigen ins staunen versetzen. Bei Bauarbeiten wurden die meisten von ihnen per Zufall entdeckt und sind heute überwiegend im Museum für Naturkunde im Chemnitzer Kulturkaufhaus "DAStietz" zu bewundern. Die meisten der Funde fand man dabei im Stadtteil Hilbersdorf, wo man selbst heute noch hin und wieder welche findet.
Das Museum für Naturkunde ist eines der größten naturwissenschaftlichen Museen Sachsens und ein fester Pfeiler in der Kultur- und Museumslandschaft von Chemnitz. Der internationale Ruf des Museums beruht vor allem auf seiner einzigartigen Sammlung von Kieselhölzern aus den Perm-zeitlichen vulkanischen Ablagerungen von Chemnitz, dem Versteinerten Wald als internationales Naturdenkmal und der zugehörigen Fachbibliothek für Paläobotanik.
Die Vorgeschichte des Museums für Naturkunde beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts bei einem Kreis interessierter Bürger der Stadt. Neben dem gemeinsamen Studium naturwissenschaftlicher Literatur bestanden vorrangige Ziele des 1859 gegründeten "Naturwissenschaftlichen Lesevereins" (1861 in "Naturwissenschaftliche Gesellschaft" umbenannt) im Aufbau naturhistorischer Sammlungen und einer naturwissenschaftlichen Bibliothek.
1136 gründete Kaiser Lothar das Benediktinerkloster "St. Marien", dass bis zur Reformation bestand. Von 1547 bis 1549 wurden die Gebäude zum kurfürstlichen Amtsschloss umgebaut. Weil das Schloss nur wenig genutzt wurde, verfielen sie im 18. Jahrhundert immer mehr. Schließlich wurden zwei Flügel der Anlage abgerissen.
In den beiden verbleibenden Gebäudeteilen (Süd- und Ostflügel) etablierten sich im 19. Jahrhundert zwei Ausflugsgaststätten. Nachdem die Stadt Chemnitz in den 1920er Jahren beschlossen hatte, für die umfangreiche Sammlung des Vereins für Chemnitzer Geschichte ein neues Domizil zu schaffen, konnte das Haus 1931 als "Museum für Stadtgeschichte" einer neuen Bestimmung übergeben werden.
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Es folgten über vierzig Jahre fast ununterbrochener Ausstellungstätigkeit, bis das Haus 1979 wegen fortschreitenden Verfalls geschlossen werden musste. Nach der Bewältigung zahlreicher Probleme (Material- und Arbeitskräftemangel in der DDR- Zeit, Finanzprobleme nach 1989) konnten die Restaurierungsarbeiten im Sommer 1994 abgeschlossen werden.
Die Stadt Chemnitz verfügt somit wieder über ein attraktives Museum für Stadtgeschichte, das mit dem alten, 1979 geschlossenen Museum nicht mehr zu vergleichen ist. Erstmals in der Geschichte des Hauses entspricht die Ausstattung der Magazin- und Ausstellungsräume international gebräuchlichen Normen.
Internetseite Schlossbergmuseum:
www.schlossbergmuseum.de
Industriemuseum Chemniz
In der ehemaligen Werkshalle eines Maschinenhauses befindet sich das Chemnitzer Industriemuseum. Die technische Entwicklung sowie die Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Laufe des 18. Jahrhunderts bis hin zur Neuzeit, werden hier anhand einer Vielzahl von Exponaten des Maschinen-, Fahrzeug-, Flugmotorenbaus, des Bahnwesens sowie der Textilindustrie verdeutlicht.
Die Themenbereiche des Museums beinhalten dabei Sachsen, Familie, Unternehmer und Arbeiter, Karl - Marx - Städter, Konsumenten, Kreative und Europäer. Viele der Exponate sind noch heute voll funktionsfähig und werden den Besuchern mittels multimedialen Bild- und Textinformationen oder in normalen Führungen demonstriert. Das Prunkstück des Museums ist eine noch immer voll funktionstüchtige Dampflokomotive der Firma Germania aus dem Jahre 1896.
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Wasserschloss Klaffenbach
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Das kleine, am Lauf der Würschnitz gelegene Wasserschloss wurde bereits im 16. Jahrhundert erbaut, nachdem der Annaberger Münzmeister Wolff Hünerkopf 1543 die einstmals zu dem Chemnitzer Kloster gehörigen Dörfer Klaffenbach, Burkhardtsdorf und Neukirchen vom sächsischen Kurfürsten käuflich erworben hatte. Hünerkopf starb 1570 und seine Söhne verkauften das Anwesen wieder an den Kurfürsten zurück. 1615 erwarb es der in der Gunst des jungen Kurfürsten Johann Georg I. stehende estländische Edelmann Dietrich von Taube. Damit begann die Ära der Familie von Taube, die bis 1819 anhalten sollte.
Hohe und höchste sächsische Staatsbeamte gingen aus ihren Reihen hervor, so der Landvogt der Oberlausitz, der Oberhofmarschall, der Oberstallmeister und der Kanzler. Durch Verkauf an einen wohlhabenden Schneeberger Kaufmann gelangte das Schloss 1819 in bürgerliche Hände.
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Als es die Gemeinde Klaffenbach 1934 übernahm, war nicht mehr viel von der einstigen Herrlichkeit übrig geblieben. Die weitere Nutzung durch den Reichsarbeitsdienst ab 1935 und als Jugendwerkhof für Mädchen ab 1949 trugen zu Verfall und Entstellung des architektonischen Kleinodes bei.
Erst zwischen 1992 und 1995 brachen für das Schloss wieder bessere Zeiten an: Die Gemeinde Klaffenbach beschloss, die stark verwahrlosten Gebäude zu sanieren und umzubauen Mit Hilfe europäischer Fördermittel erfolgte die grundlegende Sanierung und Restaurierung, als deren Ergebnis sich das Ensemble heute als eine kulturelle Begegnungsstätte der besonderen Art präsentiert. Durch die Eingemeindung der Gemeinde Klaffenbach ist seit 1997 die Stadt Chemnitz Eigentümer des Schlosses.
Internetseite Wasserschloss Klaffenbach:
www.wasserschloss-klaffenbach.de
Das Wappen der Stadt Chemnitz zeigt im gespaltenen Schild rechts in Gold zwei blaue Pfähle, links in Gold einen aufgerichteten, schwarzen, rot bewehrten Löwen. Über dem rot ausgeschlagenen Bügelhelm mit Medaillon und blausilbernen Decken zeigt es eine goldene Krone, daraus wachsend zwei mit Mundlöchern versehene silberne Büffelhörner, beide außen mit je fünf dreiblättrigen silbernen Lindenzweigen besteckt.